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Gemeinsam Stark In Krisenzeiten

Gemeinsam stark in Krisenzeiten

Hamburger Startup Frischepost zeigt sich solidarisch und flexibel – und versiebenfacht Umsatz im Privatkundengeschäft

Selten waren Zuversicht und Gemeinsinn in der Bevölkerung so wichtig wie in diesen Tagen. Das Land befindet sich im Ausnahmezustand. Die zur Abflachung der Covid-19-Kurve erforderlichen Alltags-beschränkungen treffen all jene besonders hart, die aufgrund von Vorerkrankungen oder hohen Alters zur Risikogruppe zählen. Selbst der tägliche Gang in den Supermarkt wird für manch einen zum Wagnis. Umso größere Bedeutung kommt dem Geschäft des Online-Handels zu – nunmehr auch im Bereich der Lebensmittelversorgung. Bedenken bestehen hierbei allerdings im Hinblick auf eine weitere globale Krise: So verursacht der Ernährungssektor etwa ein Viertel der weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen und trägt damit erheblich zur globalen Erwärmung bei. Obst, Gemüse und andere Lebensmittel, die zumeist aus dem Ausland importiert und hierzulande per Benzin- oder Dieselauto bis an die Haustür geliefert werden, sind daher für den umweltbewussten Endverbraucher keine Option.

Nachhaltigkeit trotz Corona-Krise

Das Hamburger Startup Frischepost stellt sich den Herausforderungen beider Krisen. Als Online-Hofladen mit Lieferservice im B2B- und B2C-Bereich versorgt Frischepost seine Kunden auch in schwierigen Zeiten zuverlässig mit frischen, nachhaltig produzierten Lebensmitteln aus der Region. Für die Produktion verantwortlich sind überwiegend kleine Höfe und Manufakturen, die sich durch eine umweltfreundliche Arbeitsweise hervortun. Die angebotenen Fleischprodukte stammen ausschließlich aus artgerechter Tierhaltung, verpackt wird so ressourcenschonend wie möglich. Um die Lieferkette noch emissionsärmer zu gestalten, fahren sämtliche Frischepost-Transportwagen rein elektrisch.

In der aktuellen Krisenlage zeigt sich das Jungunternehmen agil und anpassungsfähig. Zwar war das Firmenkundengeschäft angesichts der staatlichen Ausgangsbeschränkungen Mitte März stark rückläufig. Durch originelle Rabattaktionen, die Einführung der kontaktlosen Lieferung und viel Engagement der Frischepost-Mitarbeiter konnte der Umsatz im Privatkundengeschäft allerdings innerhalb weniger Wochen versiebenfacht werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt; so arrangierte das Team etwa in Zusammenarbeit mit Starkoch Tim Mälzer mehrere Live-Cooking-Events. In Echtzeit können probierfreudige Kunden hierbei in der heimischen Küche Gerichte zubereiten, die ihnen per Online-Übertragung vom Profi vorgekocht werden. Auch dem Gemeinwohl kommen die Aktionen zugute: Pro verkaufter Zutatenbox gingen stets zwischen fünf und 15 Euro an die Initiative „Kochen für Helden“, bei der Hamburger Gastronomen Menschen aus Funktionsgruppen wie Pflegekräfte und Sozialarbeiter ehrenamtlich mit leckeren Gerichten versorgen.

Online-Lebensmittelhandel boomt

Die Entwicklungen im Tagesgeschäft von Frischepost bestätigen einen krisenbedingten Trend, der aktuell in der gesamten Lebensmittelbranche zu beobachten ist: Immer mehr Menschen bestellen Nahrungsgüter online. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage beziehen mittlerweile drei von zehn Verbrauchern ihre Lebensmittel (auch) über das Internet. Zwar ist nicht auszuschließen, dass sich das Kaufverhalten der Konsumenten nach Bewältigung der Corona-Krise wieder stärker in den stationären Handel verlagert, doch die Frischepost-Gründerinnen Juliane Willing und Eva Neugebauer zeigen sich zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass nun viele Endkunden ihren Konsum überdenken und sich auch langfristig für uns entscheiden.“

Expansion ins Rhein-Main-Gebiet

Da sich die Frischepost GmbH auch unabhängig vom aktuellen Geschehen auf klarem Wachstumskurs befindet, wurde der Geschäftsbereich kürzlich um das Rhein-Main-Gebiet erweitert. Lokal unterstützt wird das Team in Mainz von der Ökotrophologin mit langjähriger Erfahrung in der Lebensmittelbranche Anna Goedrich sowie von dem Unternehmer und Investor Matthias Willenbacher.

Willenbacher kämpft seit nunmehr zwei Jahrzehnten mit Optimismus und Beharrlichkeit für einen vollständigen bundesweiten Umstieg auf regenerative Energieträger, leistet vielfach notwendige Aufklärungsarbeit und hilft nachhaltigen Startups durch Erfahrungsweitergabe, Motivation und Investment. Mit den beiden Frischepost-Gründerinnen teilt er neben dem Einsatz für umweltrelevante Themen eine Besonderheit in der eigenen Kindheitsgeschichte: das Aufwachsen auf einem Bauernhof. Der von klein auf erlebte Arbeitsalltag eines landwirtschaftlichen Betriebes prägt ihn bis heute. Im Hinblick auf seinen Einstieg in das Hamburger Unternehmen erklärt Willenbacher: „Das Frischepost-Konzept hat mich sofort begeistert, denn es schafft eine direkte Beziehung zwischen Lebensmittelproduzent und Endverbraucher. Ein solches Näheverhältnis stärkt die Sensibilität des Konsumenten für faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft enorm.“ Trotz aller Herausforderungen und Unabwägbarkeiten steht damit eines bereits jetzt außer Frage: Auf frische, nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel muss sowohl in Hamburg als auch im Rhein-Main-Gebiet fortan niemand mehr verzichten.

Ein Blick in die Zukunft

Das Bedürfnis nach ökologisch verantwortungsvoll produzierten Nahrungsgütern ist selbstverständlich nicht auf einzelne Regionen beschränkt, sondern bildet einen bundesweiten Trend. Ausweislich des Handelsmarkenmonitors von 2018 ist das Gros der deutschen Verbraucher – 72 Prozent – der Auffassung, dass Händler bei ihren Eigenmarken auf eine sozial und ökologisch verantwortungsvolle Herstellung achten sollten. Zudem bewerten laut Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 78 Prozent der Deutschen die Regionalität eines Lebensmittels als wichtig für ihre Kaufentscheidung. Frischepost trifft in seiner Unternehmensvision den Nerv der Zeit, denn das Jungunternehmen strebt an, die größte Direktvermarktungsplattform für regionale und nachhaltige Lebensmittel zu werden. Die Erschließung neuer Standorte in Köln, Berlin und München bis Ende des Jahres 2020 ist aktuell in Planung.

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