Video: Was sind die Herausforderungen des Repowerings?

1. Rechte am bestehenden Windpark sichern

Diese Aufgabe ist sicherlich nicht jedem Repowering-Interessierten bewusst. Aber einfach die älteren Windkraftanlagen abbauen und dann die neuen drauflosbauen, ganz so leicht ist es dann doch nicht. Plant man ein Repowering-Projekt und ist selbst nicht Betreiber des bestehenden Windparks, muss man sich zunächst die Rechte an diesem sichern, um das Repowering durchführen zu können. Dies ist ein zusätzlicher Aufwand und ein zusätzlicher Kostenfaktor im Vergleich zu einem Neuprojekt.

2. Rückbau der Bestands-Windenergieanlagen

Repowering ist der Ersatz älterer Windkraftanlagen durch weniger neue, aber deutlich größere und leistungsstärkere Windräder. Bevor die Neuanlagen aufgestellt werden können, müssen natürlich die Alten abgebaut werden. Dies ist eine zusätzliche Herausforderung bei Repowering-Projekten, die bei Neuprojekten nicht anfällt. Teilweise ist es erforderlich, neben den alten Windrädern auch deren Fundamente vollständig zu entfernen, weiß Dr. Jörn Parplies von der wiwi consult. Der hohe Kosten- und logistische Aufwand, der dabei anfällt, ist nicht zu unterschätzen. Beim Rückbau ist man bestrebt, die Zeit auf der Baustelle so kurz wie möglich zu halten und Rück- sowie Neubau zeitoptimiert zu kombinieren.

3. Genehmigung für Repowering-Projekt erhalten

„Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es übrigens nicht einfacher, eine Genehmigung für ein Repowering-Projekt zu bekommen“, berichtet Dr. Parplies von der wiwi consult. Auch wenn dieser Gedanke zunächst logisch erscheint, ist es demnach nicht möglich, von der Genehmigung für die Altanlagen auf ein vereinfachtes oder schnelleres Verfahren für die im Rahmen des Repowerings neu zu errichtenden Windenergieanlagen zu schließen. Schließlich handelt es sich um andere Windrad-Typen mit größeren Turm- sowie Nabenhöhen, die sich auch in Bezug auf Immissionen wie Schall und Schattenwurf von den Altanlagen unterscheiden. Somit müssen die Neuanlagen auch ein völlig neues Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz durchlaufen und es gelten hier die gleichen Maßstäbe wie für Neuprojekte.

Wer also denkt, es sei per se einfacher und mit weniger Aufwand verbunden, ein Repowering-Projekt umzusetzen anstatt eines Neuprojekts, muss aufpassen, sich mit seiner Kostenkalkulation nicht zu verschätzen. Denn grundsätzlich sind alle Genehmigungen und Gutachten fällig, die auch für ein Neuprojekt anstehen – zur Schallemission, zum Schattenwurf und zu weiteren Aspekten. Auch der Rückbau ist eine finanzielle Herausforderung, die sorgfältig und mit genügend Vorlauf geplant und angegangen werden muss.