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Nachhaltiges Banking: Was passiert mit meinem Geld?

Nachhaltigkeit – in nahezu jedem erdenklichen Bereich des täglichen Lebens spielt sie mittlerweile eine Rolle. Wir verzichten auf Plastiktüten, ersetzen To-Go-Becher durch eigene Thermosflaschen, trennen gewissenhaft unseren Müll und gehen am Weltklimatag auf die Straße, um für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu demonstrieren. An die eigenen Finanzen denkt unsereins allerdings selten. Dabei lernen wir schon im Kindesalter: Geld regiert die Welt. Wenngleich dieser Ausspruch in seiner Absolutheit zumindest angezweifelt werden darf, so ist doch das grundsätzliche Veränderungspotenzial finanzieller Mittel unbestreitbar.

Immer mehr Menschen interessieren sich daher für die Wirkungen, die ihr Geld verursacht. Dies betrifft insbesondere das eigene Bankkonto. Konventionelle Banken legen nur sehr eingeschränkt offen, in welche Branchen das Geld der Kunden investiert wird. Die Arbeit geschieht verständlicherweise hinter verschlossenen Türen, denn rühmlich ist das Anlageverhalten in den seltensten Fällen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Anbieter nachhaltigen Bankings stetig an Bekanntheit und Kundenstärke gewinnen. Dreierlei unterscheidet grüne Banken maßgeblich von ihren herkömmlichen Konkurrenten: Sie verhindern schädliche Investments durch (negative) Ausschlusskriterien, orientieren sich an (positiven) Sozial-, Ethik- und Nachhaltigkeitskriterien und arbeiten vollständig transparent.

Negativkriterien

Viele konventionelle Geldinstitute – insbesondere die großen privaten Geschäftsbanken – fördern nach wie vor zweifelhafte Industrien wie die der fossilen Brennstoffe. Auch Investitionen in Rüstungsgeschäfte oder Nahrungsmittelspekulation sind keine Seltenheit. Nachhaltige Banken verfügen hingegen über verpflichtende Ausschlusskriterien für das gesamte Bankgeschäft. Hierdurch fließt kein Cent in klimafeindliche, sozialschädliche oder ethisch verwerfliche Branchen. Dieses Vorgehen fördert ganz nebenbei die finanzielle Stabilität, denn Investitionen in nicht mehr zeitgemäße Industrien bergen ein hohes (Ausfall-)Risiko, welches nachhaltige Banken umgehen.

Positivkriterien

Der Verzicht auf umstrittene Geschäftspraktiken wird in seiner Wirksamkeit durch die Einhaltung positiver Kriterien ergänzt. Das Kapital aus den Kundeneinlagen wird beispielsweise häufig gezielt in Projekte investiert, die mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, kurz SDG) in Einklang stehen. Die Kunden nachhaltiger Banken verhindern somit nicht nur die Förderung schädlicher Branchen, sondern ermöglichen gleichsam die Stärkung von Wirtschaftszweigen und Projekten mit großem Mehrwert für Mensch und Umwelt.

Transparenz

Vertrauen entsteht durch Transparenz – das gilt spätestens seit der globalen Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 für Finanzdienstleister in besonderem Maße. Die Anbieter ökologisch sinnvollen Bankings agieren daher stets unter Offenlegung sämtlicher wichtigen Aspekte ihrer Arbeitsweise. Die geschäftliche Verwendung der finanziellen Mittel sowie zentrale Kennzahlen werden transparent kommuniziert. So kann jeder Kunde umfassend nachvollziehen, inwieweit seine Bank – und damit auch er selbst – einen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leistet.

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