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Die Unternehmensdetails von SIRPLUS

SIRPLUS ist ein deutschlandweit agierendes Social Impact Startup, das überschüssige Lebensmittel durch den Verkauf in eigenen Supermärkten, die sie Rettermärkte nennen, und im Onlineshop zurück in den Wertekreislauf bringen. SIRPLUS hat über 700 Partner, deren überschüssige Lebensmittel sie zu niedrigen Preisen abnehmen und so vor Verschwendung bewahren. Sie schaffen also eine Win-win-win-Situation für die Umwelt, ihre Partner und ihre Kunden. Durch die Kooperation sparen Produzenten und Großhändler Entsorgungskosten und agieren nachhaltiger. Ihren Kund*innen ermöglichen sie es, diese Lebensmittel teilweise bis zu 80% unter der unverbindlichen Preisempfehlung einzukaufen, und neue Produkte zu entdecken. Im Durchschnitt bietet SIRPLUS gerettete Lebensmittel ca. 40% (ausgenommen Obst, Gemüse und bestimmte weitere nicht-überschüssige Produkte) unter deren unverbindlicher Preisempfehlung an. Die Kund*innen sparen beim Einkauf bei SIRPLUS verglichen mit dem Einkauf bei anderen Anbietern und leisten gleichzeitig einen direkten Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung und für nachhaltiges Wirtschaften.

SIRPLUS macht das Lebensmittelretten durch die Rettermärkte und den Onlineshop vielen Konsument*innen zugänglich. Sie ermutigen Menschen, bei der Beurteilung der Güte von Lebensmitteln auf ihre Sinne zu vertrauen statt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das geplante Franchisemodell sowie künftig verstärkt die Eigenprodukte ermöglichen mehr Lebensmittelretten Mainstream zu machen.

Heute sind knapp zwei Milliarden Menschen überernährt, während gleichzeitig mehr als 800 Millionen Menschen hungern. Von allen Lebensmitteln, die auf der Welt produziert werden, werden jährlich 1,6 Milliarden Tonnen weggeworfen. Etwa 50% der EU-Lebensmittel und ein Drittel aller Lebensmittel weltweit werden weggeworfen. Damit sind auch die Energie, das Wasser, die übrigen Ressourcen und die Arbeitskraft, die in die Produktion, die Verarbeitung und den Transport geflossen sind, nutzlos. Wenn Lebensmittelabfälle ein Staat wären, wären sie nach China und den USA der drittgrößte CO2-Emittent der Erde. In Deutschland entspricht die Menge der produzierten und nicht gegessenen Lebensmittel ungefähr einer LKW-Ladung pro Minute.

Quellen: World Health Organisation, 2018. Obesity and Overweight key facts. In: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweigh / Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2019. The State of Food Security and Nutrition in the World 2019. In: http://www.fao.org/3/ca5162en/ca5162en.pdf, S. 6 / World Wildlife Foundation Deutschland, 2015. Das Große Wegschmeißen. In: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_Studie_Das_grosse_Wegschmeissen.pdf, S. 7, S. 21 / Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2013. Food wastage footprint: Impacts on natural resources – summary report. In: http://www.fao.org/3/i3347e/i3347e.pdf, S. 6 / a) WWF 2015 (s.o.), S. 13 / b) VFR Verlag für Rechtsjournalismus GmbH, 2019. Zuladung beim LKW: Was dürfen Sie transportieren? In: https://www.bussgeldkatalog.org/zuladung-lkw

Die bei der Produktion, Verarbeitung, Transport und Verkauf anfallenden Treibhausgasemissionen tragen zur globalen Erwärmung und steigenden Meeresspiegeln bei und haben negative Auswirkungen auf die weltweite Nahrungsmittelherstellung und Wasserversorgung.

Lebensmittel werden an jeder Stelle der Wertschöpfungskette verschwendet. Dies fängt auf dem Feld an, geht in der Verarbeitung sowie im Handel weiter und endet bei Konsument*innen.

Die Gründe sind sehr vielfältig, in den Teilen der Wertschöpfungskette, wo das SIRPLUS Geschäftsmodell ansetzt, lassen sich diese grob wie folgt gruppieren:

  • Entspricht nicht der Norm
  • Überproduktion/Fehlproduktion
  • Sortiments- und Designänderungen
  • Logistikfehler
  • kurz vor oder nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehendQuelle: „Lebensmittelabfälle in Deutschland – Baseline 2015 – Kurzfassung Thünen Report 71“, Autoren: Thomas Schmidt, Felicitas Schneider, Dominik Leverenz, Gerold Hafner, veröffentlicht 2019 unter „https://www.thuenen.de/de/infothek/lebensmittelabfaelle-baseline-2015-veroeffentlicht/“ – eigene Darstellung

 

Quelle: „Lebensmittelabfälle in Deutschland – Baseline 2015 – Kurzfassung Thünen Report 71“, Autoren: Thomas Schmidt, Felicitas Schneider, Dominik Leverenz, Gerold Hafner, veröffentlicht 2019 online unter https://www.thuenen.de/de/infothek/lebensmittelabfaelle-baseline-2015-veroeffentlicht/“ sowie  eigene Schätzungen auf Basis der Studie „Das große Wegschmeißen – Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschlandgeber, Herausgeber: WWF Deutschland, Stand Juni 2015, Autoren Steffen Noleppa, Matti Cartsburg: agripol – network for policy advice GbR, online abrufbar unter „https://www.wwf.de/2015/juni/das-grosse-wegschmeissen/“.

Allein die Berichterstattung über Lebensmittelverschwendung und Lösungsansätze kann zu Verhaltensänderungen bei Verbraucher*innen führen, das belegt eine aktuelle Studie von Forsa. Wie oben erläutert, entfallen wesentliche Mengen der Lebensmittelverschwendung auf private Haushalte. Durch die Medienpräsenz von SIRPLUS und einem der beiden Gründer Raphael Fellmer, erreichen sie Millionen von Menschen in Deutschland und tragen so nicht nur durch das direkte Retten, sondern auch durch Verbraucheraufklärung zur Rettung vieler weiterer Tonnen Lebensmittel bei. Einen weiteren Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung auf Verbraucherseite leistet SIRPLUS u.a. durch kostenlose Führungen und anschauliche Bildungsmaterialien vor Ort in den Rettermärkten. Dort laden sie auch zu Talks mit Menschen aus der Nachhaltigkeitsszene ein. Gemeinsam mit anderen Initiativen (Restlos Glücklich, Too good to go und Foodsharing) bildet SIRPLUS das „Bündnis für Lebensmittelwertschätzung”, das Lösungen entwickelt und politische Forderungen stellt.

Quelle:  forsa Politik- und Sozialforschung, 2019. Das neue Sparen: Teil 6 (1). Über: https://www.rabodirect.de/ueber-uns/neuigkeiten/2019/die-macht-der-medien, S. 6

Die Vision ist eine Welt, in der alle Menschen genug zu essen haben und nahezu alle produzierten Lebensmittel gegessen werden. Das schafft SIRPLUS nur gemeinsam mit allen Akteuren aus Politik, Industrie und vor allem den Verbraucher*innen. Rund 40% der Lebensmittelverschwendung findet in Privathaushalten statt. Dort setzt das Geschäftsmodell und die Bildungsarbeit bewusst an. Jede*r kann mit einem SIRPLUS Einkauf einen entscheidenden Beitrag zu nachhaltigem Konsum leisten. Nach bio, fairtrade und vegan wollen sie gerettete Lebensmittel gesellschaftsfähig machen, den Menschen Mut machen, auf ihre Sinne zu vertrauen und einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln zu pflegen.

SIRPLUS bietet eine Lösung für die gesamte Lebensmittelversorgungskette, um Verschwendung zu verringern und eine Win-win-win-Situation für die Kund*innen, Lieferpartner sowie die Umwelt zu schaffen.


Einkauf

SIRPLUS kauft Produzenten, Logistikern und Großhändlern überschüssige Lebensmittel für einen symbolischen Betrag ab, so dass beide Parteien davon profitieren: Der Betrag liegt meist zwischen 1-5% des Großhandelspreises (Obst, Gemüse sowie andere nicht-gerettete Produkte, die sie auch einkaufen, ausgenommen). So kann SIRPLUS eine Rohmarge erzielen, die weitaus höher als im Lebensmitteleinzelhandel üblich ist. Ihre Partner haben einen Anreiz, mit ihnen zu kooperieren, denn sie sparen teilweise Entsorgungskosten, agieren nachhaltiger und können die Kooperation mit SIRPLUS als Corporate Social Responsibility (CSR) ausweisen. Lebensmittel, die sonst entsorgt worden wären, gelangen zurück in den Kreislauf und die Umwelt wird geschont. SIRPLUS nimmt, was von der Norm abweicht, in zu großer Menge hergestellt wurde oder Produkte, die nahe am oder über das Mindesthaltbarkeitsdatum sind und die vom Lebensmitteleinzelhandel nicht mehr abgenommen werden.

Obst und Gemüse beziehen sie vom Großmarkt, wo sie täglich mit ihren Fahrzeugen Überschüsse der Händler abnehmen. Hier erhält SIRPLUS im Einkauf wesentlich kleinere Abschläge als bei den anderen geretteten Produkten, so dass unsere Handelsspanne bei Obst und Gemüse geringer ist.

Grundsätzlich ist es erlaubt, Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, zu verkaufen. Jedoch geht die Haftung für die Genießbarkeit dann vom Hersteller auf den Händler, also SIRPLUS, über. Die Lebensmittel, die sie nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums erhalten, müssen sie für Sie genauestens überprüfen und Tests sowie Qualität dokumentieren. Diese Aufgabe liegt bei der Qualitätssicherung. In einem dafür ausgestatteten separaten Bereich im Lager wird jedes neue Produkt bewertet und getestet. Ebenso gibt es dort Folgekontrollen, um eine fortlaufende Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.

Diese Prüfprozesse entsprechen internationalen HACCP Vorgaben (HACCP = Hazard analysis and critical control points= Risiko-Analyse Kritischer Kontroll-Punkte). SIRPLUS prüft hier besonders sensorisch und nutzen, wie viele angesehene Labore auch, zunächst ihre Sinne (Riechen, Sehen, Tasten, Schmecken). Wenn die Genießbarkeit eines Lebensmittels sensorisch nicht sicher festzustellen ist, veranlasst unser Qualitätssicherungsteam Analysen bei einem externen spezialisierten Labor.

Bestimmte leicht verderbliche Produkte wie z.B. frisches Fleisch haben ein sogenanntes Verbrauchsdatum. Danach dürfen sie nicht mehr in den Verkehr gebracht werden und selbstverständlich halten sie sich strikt an diese Regelung.


Logistik

Mit externen Spediteuren holt SIRPLUS die Ware bei ihren Partnern ab. Teilweise nutzen sie auch ihre eigenen Fahrzeuge für lokale Anbieter. Die Ware wird zum größten Teil in das zentrale Lager gebracht und von dort aus über den Onlineshop und die Rettermärkte weiter verteilt.

Gerettete Lebensmittel

Die Rettermärkte in Berlin gehören deutschlandweit zu den ersten Märkten, in denen hauptsächlich aussortierte Lebensmittel verkauft werden, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, dieses bereits überschritten haben oder nicht der Norm entsprechen. Dank der Zusammenarbeit mit über 700 Partnern, reicht die gerettete Produktpalette mittlerweile von Grundnahrungsmitteln, frischem Obst und Gemüse, Molkereiprodukten, Tiefkühlware, Brot, Getränken über Süßes und Snacks bis zu Superfood.

Das Sortiment im Onlineshop besteht hauptsächlich aus verpackten, haltbaren Lebensmitteln und Drogerieartikeln. Im Rettermarkt kann SIRPLUS auch Frisch- und Kühlware anbieten. Die Märkte, Lager und LKWs sind mit Kühlvorrichtungen ausgestattet.

Zu den Lieferanten gehören bekannte Hersteller wie Allos Hof Manufaktur GmbH, Veganz Group AG, Alpro GmbH, Koakult GmbH  und Share GmbH, AG und mehrere Obst- und Gemüsehändler auf dem Berliner Großmarkt , von denen SIRPLUS fast täglich aussortierte Ware abholt, sofern diese nicht an die Tafel gespendet wird.


“Retter+” und “Retterausrüstung”

Um den Kund*innen in den Rettermärkten stets eine große Auswahl und mehr Planbarkeit zu bieten, hat SIRPLUS ihr umfangreiches Angebot geretteter Lebensmittel um die Reihe ‘Retter+’ ergänzt: Diese umfasst ein stetig wachsendes Sortiment an Bio-Artikeln des täglichen Bedarfs, die sie nicht regelmäßig im Gerettet-Sortiment haben, wie z.B. Hafermilch. Mit diesen Produkten erzielt SIRPLUS die im Handel üblichen Margen. Des Weiteren vertreiben sie in der Reihe “Retterausrüstung” Non-Food-Produkte, die nachhaltigen Konsum ermöglichen: feste Seifen und Shampoos, Bambus- und Edelstahlstrohhalme, Gemüsenetze, Tragetaschen und Brotboxen, Öko-Hausmittel und Ratgeber.

Quelle: eigene interne Auswertung auf Grundlage der Daten des Warenwirtschaftssystems

Unsere Kund*innen

Die höchsten Umsätze erzielt SIRPLUS zurzeit im Privatkund*innen-Geschäft. Die Kund*innen sind zum einen Menschen, die einen bewussten und nachhaltigen Lebensstil pflegen und Lebensmittelretten als sinnvoll erachten, und zum anderen preisbewusste Menschen mit geringem Einkommen – sowie weitere Zielgruppen, die beide zuvor genannten Merkmale aufweisen.

Insbesondere im Onlineshop habt SIRPLUS einen hohen Anteil weiblicher Kundinnen und ihre Befragungen legen nahe, dass der Anteil der Kund*innen mit stark ausgeprägter Rettermotivation online stärker vertreten ist als in den Läden. Der durchschnittliche Einkaufswert pro Besuch ist im Onlineshop rund fünfmal höher als in den Rettermärkten:


Rettermärkte

Die Berliner Rettermärkte in Steglitz, Friedrichshain und Neukölln ziehen dank attraktiver Lage Laufkundschaft und Stammkund*innen an. Die Ladenflächen betragen zwischen ca. 100 und 500 qm2. Der vierte Markt im Ostbahnhof ist die jüngste Neueröffnung in Kooperation mit der Deutschen Bahn. Im Laufe des Jahres 2020 will SIRPLUS drei weitere Märkte in Berlin eröffnen.

Vor Ort im Rettermarkt finden Verbraucher*innen anschauliche Bildungsmaterialien zu Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit. Auf den Preisschildern befindet sich der Hinweis zum Mindesthaltbarkeitsdatum und teils auch eine kurze „Retterstory”, die erläutert, warum dieses Produkt nicht im herkömmlichen Handel verkauft wurde. Retter+ und Retterausrüstung sind räumlich und farblich abgesetzt von geretteter Ware.

Onlineshop

Haupttreiber für das geplante Umsatzwachstum wird der Onlineshop sein. SIRPLUS will bis 2023 im Online-Geschäft ihren Umsatz mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von mehr als 80% steigern und ab 2023 Umsätze im niedrigen zweistelligen Millionenbereich erzielen. Sie setzen auf den Onlineshop, da er im Vergleich zum Einzelhandel einfacher zu skalieren ist und sie das Lebensmittelretten einer größeren Zielgruppe deutschlandweit digital zugänglich machen können.

Das gesamte Marktvolumen für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland lag 2018 bei 172 Mrd. EUR. Der Online-Umsatz mit Lebensmitteln ist mit einer Wachstumsrate von 20,3 Prozent überdurchschnittlich gestiegen und betrug 2018 rund 1,36 Mrd. EUR (brutto).

Einen klar abgrenzbaren Markt für überschüssige Lebensmittel gibt es derzeit noch nicht, da alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette überschüssige Lebensmittel dezentral, in nicht planbarer Menge und Qualität erzeugen. Im Abschnitt „Negative Folgen und Ursachen der Lebensmittelverschwendung“ hat SIRPLUS auf Grundlage der wenigen vorliegenden Schätzungen von Dritten die Anzahl der Tonnen abgeleitet, die abzüglich der im Einzelhandel und bei den Verbraucher*innen anfallenden Mengen potenziell gerettet werden könnten. Dies sind ca. 2,4 Mio. Tonnen pro Jahr in Deutschland. Wenn man davon ausgeht, dass der Wert pro Tonne 1.500 EUR bis zu 4.200 EUR beträgt (es gibt hier widersprüchliche Angaben) und zu ca. 50% dieses Wertes verkauft werden kann, ergibt sich ein rechnerisches potenzielles Verkaufsvolumen von rund 1,5 Mrd. EUR bis 5 Mrd. EUR allein mit in Deutschland rettbaren Lebensmitteln.

SIRPLUS rechnet mit wachsender Konkurrenz in allen von ihnen bereits besetzten und noch geplanten Geschäftsbereichen in den nächsten Jahren. Aufgrund des großen Marktvolumens beurteilen sie steigende Konkurrenz nicht als einen Umstand, der wesentliche negative Auswirkungen auf den Geschäftserfolg haben kann. Sie setzen auf die Bekanntheit von SIRPLUS, die sie weiter ausbauen und ihren Namen noch positiver besetzen wollen. Für sie steht das Anliegen im Vordergrund, so zu agieren, dass ihre Partner und Kund*innen ihnen vertrauen können. Dies schätzen sie im Lebensmittelmarkt als ein besonders wichtiges und erfolgversprechendes Merkmal ein.

Der Markt für Rettung und Verwendung überschüssiger Lebensmittel weist eine Besonderheit auf, da die Tafeln und andere gemeinnützige Akteure die Überschüsse nutzen, um sie Bedürftigen zukommen zu lassen. SIRPLUS ist stark bestrebt diese Akteure als Partner zu behandeln, denn sie arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin: Lebensmittelwertschätzung!

Akteure wie foodsharing und die Tafeln unterstützen sie durch Spenden mit Lebensmitteln.

Für ihre Beschaffung gilt Folgendes:


Tafel-First-Regel 

(Tafel Deutschland e.V. und Too Good To Go GmbH stehen im Folgenden stellvertretend für weitere Akteure, die jeweils vergleichbare Arbeitsweisen haben.)

Bei SIRPLUS gilt die Tafel-First-Regel. Diese wird von ihren beiden Gründern, Raphael Fellmer und Martin Schott, seit ihrer aktiven Zeit bei foodsharing gelebt und auch bei SIRPLUS verfolgt.

Das bedeutet, dass SIRPLUS seinen neuen Partner immer darauf hinweisen, dass sie die Tafeln mit ihrer Mission nur ergänzen wollen und diese immer Vorrang haben. Wenn es also um einen Betrieb geht, der schon mit der Tafel kooperiert, holt die Tafel meistens als erstes ab und SIRPLUS rettet nur das, was die Tafel nicht abholen kann oder möchte. Des Weiteren kaufen sie ihren Partnern die Lebensmittel nur für einen sehr geringen, symbolischen Preis ab. Damit möchten sie erreichen, dass der Anreiz, die Lebensmittel zu verkaufen statt zu spenden, so gering wie möglich ist.

Quellen: IRI Information Resources GmbH, 2019. Grundgesamtheiten 2019 Deutschland. In: https://www.iriworldwide.com/IRI/media/IRI-Clients/International/de/GG2019_Deutsch.pdf, S. 6 / Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V., o. J. Interaktiver Handel in Deutschland: Ergebnisse 2018. In: https://www.bevh.org/fileadmin/content/05_presse/Auszuege_Studien_Interaktiver_Handel/Inhaltsverzeichnis_fu__r_bevh_Gesamtbericht_Interaktiver_Handel_in_Deutschland_2018.pdf, S. 19

Das Gründerteam

Das Gründerteam besteht aus Raphael Fellmer und Martin Schott, die beide in Vollzeit bei SIRPLUS angestellt sind, Raphael ist der Geschäftsführer und Initiator. Er hat European Studies an der Haagse Hoogeschool in Den Haag studiert und setzt sich seit 2009 gegen Lebensmittelverschwendung ein. Sein fünfjähriger Geldstreik und sein Buch über die Überflussgesellschaft hatten bereits Aufmerksamkeit in den Medien erregt. Raphael hat auch „Foodsharing“ gegründet. Diese Bewegung bringt motivierte Freiwillige zusammen, die überschüssige Lebensmittel an Einzelpersonen, Unternehmen und öffentliche Lagerstätten verteilen. Heute zählt Foodsharing 50.000 Lebensmittelretter in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Zusammen mit seinem langjährigen Freund Martin, einem Ingenieur, der bereits am Aufbau von Foodsharing beteiligt war, gründeten sie im Jahr 2017 SIRPLUS, um das Lebensmittelretten voranzubringen.

96% der Geschäftsanteile an der SIRPLUS GmbH befinden sich gegenwärtig in der Hand der beiden Gründer, die auch gleichzeitig Vollzeit im Management der SIRPLUS GmbH tätig sind.

Weitere Mitglieder im Managementteam sind Matthias Reichel mit 25 Jahren Berufserfahrung als Experte für Finanz- und Rechnungswesen sowie für die Unternehmensfinanzierung. Katharina Auer ist Chief Information Officer von SIRPLUS und bringt langjährige Erfahrung in den Bereichen Beratung & Finanzierung für verschiedene Start-ups (Rocket Internet GmbH, Grover Group GmbH) mit. Bei SIRPLUS setzt sie sich für eine skalierbare, nachhaltige Unternehmensentwicklung ein.


Unsere Mitarbeiter*innen

Im Dezember 2019 sah die Beschäftigtenstruktur wie folgt aus: 43 Vollzeitbeschäftigte und 75 Teilzeitbeschäftigte, darunter 8 geringfügig Beschäftigte, 9 Auszubildende bzw. Einstiegsqualifizierte. Insgesamt arbeiteten Ende Dezember 2019 19 verschiedene Staatsangehörigkeiten bei SIRPLUS und 50% der Beschäftigten waren weiblich.


Beirat

Neben ihrem Business Angel hat SIRPLUS seit September 2019 drei weitere Impact Investoren an Bord, die Wandeldarlehen halten, darunter sind:

TS Venture GmbH, Tim Schumacher, Impact Investor
Tim Schumacher gründete Sedo.com und setzt sich seit dem Verkauf als erfahrener Entrepreneur und Impact Investor für eine nachhaltige Welt ein. Er hat sich stark als Hauptinvestor von Ecosia für den Erfolg der Ökosuchmaschine Ecosia.org eingebracht, bei der schon über 70 Millionen Bäume gepflanzt wurden, und stiftete 2018 seine Anteile daran. Mit Eyeo hat er den weltweit größten Werbeblocker Adblock Plus auf den Markt gebracht und ist in viele weitere Startups wie z.B. Zolar investiert.

WI Venture GmbH & Co. KG, Matthias Willenbacher, Energiewende- und Impact Investor
Matthias Willenbacher hat sich  Jahre mit der Gründung und Aufbau der juwi AG für den Ausbau erneuerbarer Energien in der ganzen Welt stark gemacht. Des Weiteren gründete der Mainzer die wiwin GmbH & Co. KG für nachhaltige Investments und eine Stiftung, die sich dafür einsetzt, dass Energie zu 100% aus erneuerbaren Quellen stammt. Außerdem investiert er mit seiner Venture Capital Gesellschaft wi-ventures als Impact Investor in Startups, die die Nachhaltigkeitswende aktiv voranbringen, z.B. die Internet Bank tomorrow oder Sono Motors.

Bisher SIRPLUS über 2.000 Tonnen Lebensmittel mit mehr als 150.000 Kund*innen gerettet. Ihr Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung reicht aber weit über das direkte Retten hinaus:

Mit über 300 Medienberichten, Auftritten in TV-Sendungen wie Markus Lanz und Galileo, ihren Social Media Kanälen und Bildungsangeboten haben sie bereits 14 Millionen Menschen erreicht, tausende Menschen für die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums sensibilisiert, ihr Vertrauen in die eigenen Sinne gestärkt und zur Reflektion von Gewohnheiten angeregt. Das öffentliche Interesse für das Thema Lebensmittelverschwendung wächst stetig.

SIRPLUS leistet einen direkten Beitrag zu nachhaltiger Kreislaufwirtschaft, indem sie überschüssige Lebensmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette, also bei Landwirten, Produzenten, Logistikern und dem Großhandel, vor der Entsorgung bewahren.

Die überwiegende Mehrheit der von SIRPLUS verkauften Produkte reduziert das Klima-, Ressourcen- und Gesellschaftsproblem der Lebensmittelverschwendung.

Ihr Bildungsauftrag, Alternativen zur Lebensmittelverschwendung zu zeigen und zu praktizieren, nehmen sie ernst: In ihren Läden veranschaulichen Plakate Ausmaß und Folgen der Verschwendung, Broschüren und Postkarten liegen zur Mitnahme aus. Jeder Besuch ihres Onlineshops sensibilisiert Menschen für das Thema Lebensmittelverschwendung und bietet konkrete Lösungen.

Auf sogenannten Rettertouren in unseren Märkten, also kostenlosen Führungen für Menschen, die mehr über Lebensmittelverschwendung und ihre Vermeidung erfahren wollen, klärt SIRPLUS auf, wie jede*r retten kann. Die wachsenden Follower-Zahlen und Interaktionen in den sozialen Medien deuten darauf hin, dass sich stetig mehr Personen mit Verschwendung auseinandersetzen.

Auch unternehmensintern handelt SIRPLUS nachhaltig, wo sie können: Bei der Wahl der Bank, des Stromanbieters und weiterer Dienstleistungen des täglichen Bedarfs ist Nachhaltigkeit ein entscheidendes Kriterium. Upcycling betreiben sie nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Technik, Inventar, Ladeneinrichtung etc. Auf Dienstreisen fahren sie Bahn.

Außerdem hat SIRPLUS bereits einige Wettbewerbe gewonnen und Auszeichnungen erhalten, u.a..:

SIRPLUS Eigenprodukte

Bei vielen Herstellungsprozessen im Lebensmittelbereich bleiben relevante Mengen übrig, die für Produzenten nicht weiter verwertbar sind. Bisher gibt es keine Möglichkeit, große Überschüsse von Lebensmitteln zu retten, die nicht vollständig verarbeitet bzw. nicht abgefüllt oder verpackt sind. Aus diesen wertvollen Resten wollen sie SIRPLUS Eigenprodukte herstellen lassen, die sie zunächst selbst vertreiben. Darüber hinaus will SIRPLUS einen neuen Vertriebskanal im Geschäftskunden-Bereich erschließen. Sie haben vor, in den nächsten Jahren die eigenen SIRPLUS Markenprodukte marktreif für Endkunden herstellen zu lassen und Kooperationen mit dem Groß- bzw. Einzelhandel aufzubauen, so dass SIRPLUS Produkte in den Regalen großer und kleiner Supermarktketten verkauft werden können. Gelingt dies, besteht die Aussicht, dass sie die Menge der von ihnen geretteten Lebensmittel gegenüber dem parallel weiter verfolgten Privatkunden-Konzept um ein Vielfaches steigern.


Franchise

SIRPLUS entwickelt zurzeit ein Franchisekonzept, um engagierten Unternehmer*innen zunächst in Deutschland die Möglichkeit zu geben, Rettermärkte zu eröffnen und erfolgreich zu betreiben.

Zentral für die Umsetzung ist es, bei SIRPLUS die logistischen Voraussetzungen zu schaffen, um Läden in verschiedenen Teilen Deutschlands zu beliefern, die geeigneten Standorte und Unternehmer*innen zu identifizieren und diesen ein erfolgversprechendes Unternehmenskonzept vorzulegen. Sie haben begonnen, ein kleines spezialisiertes Team dafür aufzubauen.


Finanzplanung und Mittelverwendung

Seit der Gründung bis Januar 2020 hat SIRPLUS Finanzierung in Höhe von knapp 1,4 Mio. EUR eingeworben – davon 1,0 Mio. EUR als Wandeldarlehen.

Dazu kommen 0,3 Mio. EUR aus ergebniswirksamen Einnahmen aus zwei Crowdfunding Kampagnen, Fördermitteln und Preisgeldern.

Der Finanzierungserlös soll in den Ausbau unserer Geschäftstätigkeit investiert werden.


Ausbau des Vertriebsnetzwerks und Marketing

Für die Finanzierung der Eröffnung und des Betriebs weiterer Rettermärkte in Berlin und Potsdam soll ein Teil des Emissionserlöses verwendet werden. Außerdem will SIRPLUS den Auftritt ihres Onlineshops mit der dahinterstehenden Software noch weiter professionalisieren, an Kundenbedürfnisse anpassen und das Marketing verstärken, insbesondere im Bereich des offline Marketings in der Nähe ihrer Rettermärkte und online über Social Media für ihren Onlineshop.


Weiterentwicklung des angebotenen Produktportfolios

SIRPLUS beabsichtigt zunächst kleinere Mengen eigener SIRPLUS-Produkte aus geretteten Roh-Lebensmitteln, die relativ einfach herzustellen sind (z.B. Mandelmus), in Rettermärkten und im Onlineshop zu verkaufen, um die Produkte optimal auf Kundenbedürfnisse einzustellen und die Skalierung vorzubereiten.

Parallel verstärken sie das Team, das für die Produktentwicklung, Design, Rohstoffbeschaffung, Herstellung, Qualitätskontrolle sowie Vermarktung verantwortlich sein wird. Die Kosten für das Team und möglicherweise die Vorfinanzierung der Herstellung wollen sie aus einem Teil der Erlöse finanzieren.

Wenn SIRPLUS Kooperationspartner aus dem Lebensmitteleinzelhandel gefunden hat, werden sie die Menge an SIRPLUS Produkten massiv erhöhen und zudem weitere Produkte entwickeln.

Für die Finanzierung dieses neuen Geschäftsbereichs beabsichtigen sie bei erfolgreichem Verlauf der Kampagne ca. ein Drittel des Emissionserlöses zu verwenden.


Transaktionskosten für den Finanzierungserlös

Ein Teilbetrag des Emissionserlöses soll dafür verwenden werden, die Transaktionskosten für das vorliegende Crowdinvesting zu decken.

Hinweis: Dieses Angebot richtet sich nicht an Staatsbürger*innen der Vereinigten Staaten von Amerika.

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