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EEG-Novelle 2021

Neue Dynamik für erneuerbare Energien?
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NACHHALTIG IN SOLARANLAGEN INVESTIEREN

Je stärker wir die Sonne zur Energiegewinnung nutzen, umso schneller bringen wir die Energiewende voran. Denn: Solaranlagen stoßen während des Betriebs (fast) keine Treibhausgase aus. Im Unterschied zu fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdöl ist Solarenergie kostenlos und unerschöpflich, zählt also zu den erneuerbaren (regenerativen) Energien. Das macht Solaranlagen per se zu attraktiven Anlageobjekten für nachhaltig orientierte Investoren und Investorinnen.

Längst haben Solaranlagen bewiesen, dass sich mit ihnen langfristig und zuverlässig Energie gewinnen lässt – auch in großem Maßstab. Dennoch gibt es für neue Solarprojekte noch erhebliches Potential auf dem Weg zum Ziel: Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen (EU-Kommission 2020). Das zeigt allein ein Blick auf die aktuelle deutsche Statistik zur Stromerzeugung:
Bruttostromerzeugung Deutschland 2020
Bruttostromerzeugung Deutschland 2020

Den vielen Vorteilen von Photovoltaikanlagen …

  • Die Verfahren zur Planung und Genehmigung von Solarprojekten sind vergleichsweise kurz.
  • Andere erneuerbare Energieformen beanspruchen mehr Fläche, der Eingriff in die Umwelt durch Solarprojekte ist geringer – auch durch kleinere Mindestgrößen.
  • Mit einer Solaranlage auf dem Dach kann die erzeugte Energie direkt vor Ort verbraucht werden.
  • Der Betrieb von Solaranlagen verursacht nur geringe Kosten, auch weil sie weniger Wartung erfordern als Anlagen zur Nutzung anderer erneuerbarer Energiequellen.

… stehen nur wenige Nachteile gegenüber

  • Für Photovoltaik-Anlagen auf Freiflächen ist die Größenbegrenzung sehr restriktiv.
  • Die Wiederverwertung von Solaranlagen am Ende ihres Lebenszyklus‘ ist noch nicht nachhaltig gelöst – zumindest bei Photovoltaik-Anlagen.

Die oben genannten Vor- und Nachteile gelten für beide wichtigen Formen von Solarprojekten, also Photovoltaik und Solarthermie. Der grundlegende Unterschied: Während Photovoltaik den photoelektrischen Effekt zur Stromgewinnung nutzt, setzt Solarthermie auf die thermische Energie (Wärmeenergie) der Sonne. Häufig wird diese Energie zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Es gibt aber auch große Sonnenwärme-Kraftwerke (englisch CSP für Concentrated Solar Power): In einem solchen System erzeugt die gebündelte Sonnenenergie Dampf, der eine Dampfturbine mit Stromgenerator antreibt.

Der Bau einer kommerziellen Solaranlage folgt einem typischen Projektablauf – ungeachtet aller Unterschiede je nach Art und Größe der Solaranlage. Üblicherweise lassen sich fünf Projektphasen unterscheiden:

1. Eine Fläche für die Solaranlage finden und bewerten

Durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland

 

Eine für das Vorhaben grundsätzlich geeignete Fläche wurde identifiziert – jetzt ist der potenzielle Ertrag an Sonnenenergie zu berechnen. Ein spezielles Software-Programm berücksichtigt Standortfaktoren wie Neigung, Ausrichtung, Abschattung. Für ein größeres Solarpark-Projekt kann es vorkommen, dass mehrere Ertragsgutachten bei unabhängigen Ingenieurbüros in Auftrag gegeben werden.

Allerdings: Ertragsgutachten haben für Solaranlagen nicht denselben Stellenwert wie für Windkraftanlagen. Photovoltaik-Freiflächenanlagen werden gesetzlich nicht ausdrücklich zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtet, allerdings kann durch bestimmte Faktoren (Größe der Anlage, Status der Fläche, usw.) ein Umweltgutachten erforderlich werden. Solaranlagen auf dem Dach kommen in jedem Fall ohne ein solches Gutachten aus.

Bild: Durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland (© 2019 The World Bank, Source: Global Solar Atlas 2.0, Solar resource data: Solargis)

2. Eine Fläche für die Solaranlage vertraglich sichern

Zur Flächensicherung muss ein Gestattungsvertrag mit dem Gebäude- bzw. Grundstückseigentümer oder der -eigentümerin geschlossen werden. Darin werden u.a. geregelt:

  • Pacht
  • Nutzungslaufzeit
  • Zugang zur Anlage (z.B. bei Inspektionen oder Störfällen)
  • Wiederherstellung des Dachs nach Anlagenrückbau

Bei nicht-öffentlichen Gebäuden muss in der Regel außerdem eine erstrangige, beschränkt persönliche Dienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen werden. Sie sichert den Weiterbetrieb der Solaranlage, falls der Grundstückseigentümer oder die Eigentümerin stirbt, Insolvenz anmeldet oder Gebäude/Grundstück verkauft. Soll die Anlage durch einen Bankkredit finanziert werden, müssen zugunsten der finanzierenden Bank Eintrittsrechte in den Pachtvertrag und erstrangige Vormerkungen ins Grundbuch eingetragen werden.

3. Alle Genehmigungen für die Solaranlage erhalten

Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und an Fassaden sind in der Regel genehmigungsfrei – Ausnahmen sind Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden. Dagegen müssen Photovoltaik-Freiflächenanlagen grundsätzlich von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Falls für die Fläche noch kein Baurecht im Rahmen eines Bebauungsplans existiert, muss es hergestellt werden. Dafür wiederum ist die Mitwirkung der betroffenen Ortsgemeinde erforderlich, im Zuge dessen muss ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden.

Hinsichtlich der EEG-Vergütung ist wichtig: Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung größer als 750 kWp müssen an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teilnehmen, um eine EEG-Vergütung zu erhalten. Bestimmte – insbesondere auch große Anlagen – können auf eine Teilnahme an den Ausschreibungen verzichten: wenn sie außerhalb des EEG realisiert werden und Erlöse über Mieterstrommodelle oder Stromlieferverträge (englisch PPA für Power Purchase Agreements) generieren sollen.

4. Die Solaranlage errichten und ans Netz anschließen

Bauteile und Anlagenbau für Solarprojekte müssen europäischen Normen und Ausführungsvorschriften entsprechen. Diese legen zum Beispiel die Leistungsanforderungen der Komponenten und Anlagen bezüglich der Dauerhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und ihrer thermischen Leistungsfähigkeit (Solarthermie betreffend) fest.

Bevor eine Photovoltaik-Anlage ans Netz angeschlossen werden kann, müssen Planer oder Planerinnen und Betreiber oder Betreiberinnen die sogenannte Netzverträglichkeit ihrer Anlage nachweisen. Mit einem Zertifikat nach den aktuell gültigen Richtlinien des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) wird bestätigt, dass die Solaranlage alle Netzanschlussregeln erfüllt.

Ohne Zertifizierung kann die Erzeugungsanlage/Photovoltaikanlage nicht in Betrieb genommen werden oder verliert nach dem EEG ihren Vergütungsanspruch.

5. Den Tarif für die Solaranlage sichern

Mit dem Errichten der Photovoltaik-Module ist die Solaranlage bereit, Gleichstrom (englisch: direct current/DC) herzustellen. Diese sogenannte DC-Inbetriebnahme wird dem Netzbetreiber gemeldet, daraufhin erhält die Solaranlage den momentan gültigen Stromtarif laut EEG. Da die EEG-Vergütung fortlaufend sinkt, ist der Druck groß, eine neu errichtete Anlage schnellstmöglich in Betrieb zu nehmen.

Allerdings kann eine Solaranlage ihren Strom in der Regel nicht direkt ins Netz einspeisen. Der erzeugte Gleichstrom muss mittels Wechselrichter in Wechselstrom (englisch alternating current/AC) umgewandelt werden. Erst wenn diese technische Voraussetzung gegeben ist, kann die Photovoltaik-Anlage ihren Strom ins Netz einspeisen und Einnahmen erzielen.

In Solaranlagen zu investieren ist nicht nur ökologisch sinnvoll. Photovoltaik als Kapitalanlage bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • Die Technologie ist ausgereift, so dass das Technologierisiko sehr gering ist.
  • Solarstrom ist heute schon in vielen Regionen die günstigste Form der Energiegewinnung.
  • Projekte können häufig recht schnell umgesetzt werden, so dass Solaranlagen frühzeitig Cashflows generieren.
  • In Deutschland werden Photovoltaik-Anlagen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mittels Einspeisevergütung langfristig gefördert.
  • In Ländern, in denen der Ausbau erneuerbarer Energien nicht oder nur zögerlich vorangetrieben wird, sind Stromlieferverträge zwischen Stromproduzent oder Stromproduzentin und -abnehmer oder -abnehmerinnen (englisch Power Purchase Agreements/PPA) eine sinnvolle Alternative. 
  • Zahlreiche Solarprojekte bieten mit ihren unterschiedlichen Zinssätzen für jede Risikoneigung ein passendes Angebot.

Bevor WIWIN ein Projekt auf die Plattform nimmt und eine Crowdinvesting-Kampagne dafür startet, prüfen wir es eingehend. Auch den Projektentwickler oder die Projektentwicklerin (bei geplanten Projekten) bzw. die Projektgesellschaft (bei bestehenden Projekten) nehmen wir unter die Lupe.

Unter anderen stellen wir diese Fragen, wenn uns ein Projekt zur Prüfung eingereicht wird:

  • Gibt es einen fundierten Geschäftsplan?
  • Gibt es einen aussagekräftigen Finanzplan?
  • Wie hoch ist der Kapitalbedarf und für wie lange wird Kapital benötigt?
  • Sind Referenzprojekte der Projektinhaber oder der Projektinhaberinnen vorhanden?
  • Wie sieht der konkrete Projekt-/Zeitplan aus?
  • Wie hoch ist das prognostizierte Erfolgspotenzial?

Folgende Fragen stellen wir zu Unternehmen und Team, das dieses Projekt vorantreibt:

  • Verfügt der Projektinhaber oder die Projektinhaberin bereits über Projekterfahrung und Referenzen?
  • Welche fachlichen Kompetenzen bringt der Projektinhaber oder die Projektinhaberin mit (z.B. Ausbildung, Beruf, Erfahrung)?
  • Wie setzt sich das Projektteam zusammen?
  • Was ist die Motivation des Teams für die Umsetzung des Projekts?

Die Wurzeln von WIWIN reichen bis 1996 zurück – damals nahm die Vorläufer-Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit auf und finanzierte die ersten Windkraftanlagen für den Projektentwickler JUWI AG. Bald kamen die ersten Solaranlagen dazu. Hier erfahren Sie mehr über WIWIN.

Heute arbeitet ein fünfköpfiges Team an Auswahl und Management geeigneter Crowdinvesting-Projekte für die Finanzierung von Solaranlagen:

  • Matthias Willenbacher, WIWIN-Gründer
  • Philip Liesenfeld, Head of Operations
  • Jonas Becker, Teamleiter Business Development
  • Felix Auspurg, Teamleiter Project Management
  • Markus Woiwod, Project Management

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