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Fünf Tipps für einen nachhaltigeren Urlaub

Im Alltag kriegen wir das ja noch ganz gut hin mit dem nachhaltigen Lebensstil: Auf dem Hausdach haben wir eine Photovoltaikanlage installiert. Fleisch essen wir nur noch selten und wenn überhaupt, dann in regionaler Bio-Qualität. Und natürlich wird unser nächstes Auto ein Stromer.

Sobald wir jedoch eine Reise planen, wird es schwierig. Laut einer aktuellen Studie der Universität Sydney, die Urlaubs- und Geschäftsreisen berücksichtigt, ist der globale Tourismus für acht Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich. Das ist viermal so viel wie bisher angenommen, Tendenz weiter steigend. Von den 189 in der Studie untersuchten Ländern liegt Deutschland hinter den USA und China auf Platz 3. Eine erschreckende Bilanz.

Dabei kann jeder Einzelne dazu beitragen, die schönste Zeit des Jahres klima- und umweltverträglicher zu gestalten. Hier sind unsere Tipps für nachhaltiges Reisen.

1. Das Reiseziel mit Bedacht wählen

Nicht in jedem Urlaub muss man ferne Länder entdecken, die nur mit Langstreckenflügen zu erreichen sind. Auch in Deutschland oder innerhalb Europas gibt es attraktive Destinationen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Wanderurlaub in den Alpen? Das ist aktive Erholung pur in atemberaubender Landschaft.

2. Urlaubsflüge vermeiden

Aus der Wahl des Urlaubsortes ergibt sich auch das Transportmittel. Dass das Flugzeug die klimaschädlichste Variante ist, ist klar. Eine Flugreise erzeugt 153 Prozent mehr CO2-Emissionen als eine PKW-Reise und 950 beziehungsweise 1.900 Prozent mehr CO2 als eine Reise mit der Bahn beziehungsweise dem Bus. Lässt sich die Anreise mit dem Flieger nicht vermeiden, so kann man sie mit dem Kauf von CO2 -Kompensationen, die nachhaltige Projekte unterstützen, klimaneutral gestalten.

3. Vor dem Kurztrip: nachdenken!

Die Dauer der Reise und das gewählte Transportmittel sollten im angemessenen Verhältnis zur Entfernung zwischen Wohnort und Reiseziel stehen. Der kurze Wochenendtrip nach Mallorca oder der Flug nach Berlin für den Konzertbesuch am Abend schneiden in Bezug auf Nachhaltigkeit also ganz schlecht ab.

4. Bewusst wohnen

Auch die Buchung der Urlaubsunterkunft ist entscheidend. Wenig falsch machen kann man mit einem als ökologisch zertifizierten Hotel. Einheitliche Gütesiegel für nachhaltigen Tourismus gibt es allerdings nicht. Zu den wenigen etablierten Siegeln gehören TourCert, das ganzheitlich ökologische und soziale Kriterien von Reiseveranstaltern, Reisebüros und Unterkünften berücksichtigt, und Viabono, das die zertifizierten Betriebe regelmäßig hinsichtlich Wasser, Abfall, Energie/Klima und Lebensmittel untersucht.

Möchte man ohne Umweltsiegel übernachten, kann man trotzdem eine Menge tun, zum Beispiel indem man statt gesichtsloser Hotelketten mit All-Inclusive-Angebot, die nicht in die lokalen Wirtschaftsabläufe eingebunden sind, inhabergeführte, mittelständische Häuser wählt. Mit dem Besuch von Restaurants vor Ort lernt man nicht nur Land und Leute eher kennen, sondern unterstützt auch die einheimische Bevölkerung.

5. Ressourcen vor Ort schonen

Am Urlaubsort angekommen, gibt es viele Gelegenheiten, möglichst wenige Spuren in der lokalen Umwelt zu hinterlassen. Auf den täglichen Handtuchwechsel zu verzichten spart Wasser, ebenso wie duschen statt ausgiebigen Badens. Die Klimaanlage kann man bewusst einsetzen, anstatt sie auch laufen zu lassen, wenn man gar nicht im Zimmer ist. Zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung kommt man nicht nur mit Taxi oder Mietwagen, sondern vielleicht auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und auch Ausflüge lassen sich klimabewusst gestalten – zum Ritt auf dem Elefanten und zur Fahrt mit dem Quad gibt es sicherlich ebenso spannende nachhaltigere Alternativen.

Wenn wir unsere Verantwortung für die Umwelt auch auf Reisen bewusst wahrnehmen, kommen wir nicht nur erholt zurück. Sondern auch mit einem ruhigeren Gewissen.